glasverklebung dusche

Alles über Ganzglasduschen und Beschläge.
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Commander

glasverklebung dusche

#1 Beitragvon Commander » 06.06.2004, 01:14

Hallo,
ich arbeite seit 17 Jahren als Glaser und habe daher schon einige Duschen, Duschabtrennungen etc. montiert.
Da die Tendenz der Kundschaft zu immer kleineren Beschlägen geht,weil sie oft als störend im Gesamtbild (z.B.kostenaufwendige Designerduschen auf Granitwänden und -böden, keine Standartsachen)angesehen werden, hat sich mein Vorgesetzer(Glasermeister) wohl anscheinend ausgedacht vollkommen auf sichtbare Beschläge zu verzichten.
Das heißt im Klartext: Alles wird verklebt.
Z.B.: Dusche mit linken und rechten Seitenteil.
Das rechte Seitenteil ist feststehend. Das linke Seitenteil ist auch feststehend,jedoch ist hier die Tür mittels Beschlägen angebracht. Man bedenke hier nun die aufkommenden Hebelwirkungen usw.,welche beim Öffnen der Tür auf das Seitenteil wirken.
Normalerweise befestige ich die gesamte Konstruktion fest an die Wand mit Klemmhalterungen,U-Schienen etc.
Aber wie gesagt es soll auf eine jegliche mechanische Befestigungsmöglichkeit verzichtet werden.Was nun?-
Es wird geklebt! Ja, auch das Seitenteil an dem die Tür hängt soll an die Wand geklebt werden.Aber womit?

Silikon?- scheint mir nicht dauerhaft zu sein, erfahrungsgemäß der Silikonnähten alter Duschen.
Außerdem keine genügende Zugfestigkeit.
UV-Kleber? Erfahrungsgemäß nicht wasserbeständig.Nicht elastisch- bricht daher ab, bei großer Hebelwirkung die hier nunmal aufkommen. Zu zeitaufwendig und umständlich.
Habe daher an einen Kleber der Firma Heller gedacht, den HB 45. Siehe http://www.heinzheller.de
Nun einige Fragen:
1. Wer hat Erfahrungen mit solch einem Konstruktionskleber gemacht? Ist dieser Wohl geeignet dafür?
2.Wer von Euch klebt auch Duschen an die Wand?
3.Ist diese Befestigungsart überhaupt zulässig?
4. Wer haftet im Schadensfalle?(-Körperverletzung des Kunden)????????????
5.Ist mein Chef eigentlich bekloppt?

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Re:glasverklebung dusche

#2 Beitragvon Admin » 06.06.2004, 01:15

Arrghh.. das geht voll in die Hose..
Ne U-Dusche mittels kleben, ohne Beschläge, das ist ja Horror!

Habe selber eine U-Dusche angebracht, aber mit Beschlägen,das heißt Wand an Glas, Glas an Glas,plus Diagonalen.!
Ohne diesen Dingern geht gar nichts!
Habe Schonmal eine Dusche nachgearbeitet wo der Glaser meinte, keine Diagonalen zu brauchen.
Der Kasten schwankte um mind.5cm beim Tür schließen.!

Mit dem Glaskleben halte ich mich lieber bedeckt....Angeblich soll es Kleber geben der absolut wasserfest ist.
Falls das der Fall sein sollte, kann ich damit nur Glas an Glas sicher verkleben. Aber Glas an Marmor(Granit), kann ich mit keinem Kleber dauerhaft verbinden.

Eine Möglichkeit besteht vielleicht noch...
Die Scheibe in einer tiefen Nut, im Granit einführen, und mit Sili verkleben.

Aber das müssen bei einer Standard-Dusche schon ein paar Zentimeter sein..

Von Peter der sich schon mal Glasbruch in einem Badezimmer eingehandelt hat!Bää... Sauerei!

derjeff!

Re:glasverklebung dusche

#3 Beitragvon derjeff! » 06.06.2004, 01:17

Nur kleben würde ich nicht machen! Nach Jahren liegt das Seitenteil mit sicherheit auf der Nase, und dann: Ärger!
Ich würde in so einem Falle die Seitenteile durchziehen bis zur Decke und dort, sowie unten eine U-Schiene anbringen.
Tür dann wegen Belüftung kleiner. Ich habe dafür immer die P&S Alu blank Poliert genommen, weil die wie ein Spiegel wirken und dementsprechend den jeweiligen Untergrund spiegeln, d.h. ziemlich unauffällig sind. (Ist übrigens ein gutes Argument um die Teure Haltestange einzusparen.)
Alternative wäre, die Seitenteile oben in die Decke einzulassen (Rigips?)
Persönlich finde ich übrigens die Dichtungen viel schrecklicher, aber Dichtung heist eben: DICHT!
Ich würde den Kunden fragen ob er eine Dusche haben will die hält oder eine die dann irgendwann zusammenbricht, wenn er da druntersteht! Also, wenn nichts dauerhaft sicheres: NEIN

derjeff!

Re:glasverklebung dusche

#4 Beitragvon derjeff! » 06.06.2004, 01:18

Nochmal was zur Haftung:
Es ist ganz einfach das selber zu beantworten, nämlich aus der Sicht des RICHTERS!
-Bricht das Ding zusammen und es kommt zum Ernstfall hält sich der Richter an die Gesetze, die vorhanden sind. Der Geschädigte hat plötzlich eine Amnesie: "Davon war doch nie die Rede! Deshalb habe ich doch einen Fachmann beauftragt!"
Das ist an erster Stelle: "Schutz vor Verletzungen" und im Falle der Verklebung der "Dauerhaftigkeitsnachweis". Schutz vor Verletzungen macht das ESG, halten tut eine nach Norm ausgeführte Verschraubung. "PUNKT!"
Der Dauerhaftigkeitsnachweis heißt: "länger als 20 Jahre= es hat sich bewährt!" Das schafft kein Silikon oder irgendein anderer Kleber, also den Kleberhersteller nach der Übernahme der Haftung fragen. Die Antwort wird garantiert so oder so ähnlich ausfallen: Lange Labortests haben bewiesen..., aber die Haftung wird er nie übernehmen! Er verkauft ja ein Produkt, Du aber verarbeitest es, da gelten andere Gewährleistungsregeln!
Leider alles Schwachsinn, aber der Extremfall ist immer der Richter, und die Denkweise mußt Du annehmen, also baue nichts auf, wo Du schon beim Nachdenken die Augenbrauen hochziehst!

Commander

Re:glasverklebung dusche

#5 Beitragvon Commander » 06.06.2004, 01:19

Hallo,
die Geschichte geht weiter... !
Mein Chef hatte mich nun beauftragt die terminüberfällige Dusche zu montieren.
Ein erneutes Nachfragen nach einem geeigneten Kleber beantwortete er kurzerhand mit:"Silikon transparent".
Da ich die Wahl seines Klebers mit einem Kopfschütteln anzweifelte, liess er sich nun wohl schon aus Sturheit nicht mehr von mir verunsichern und schickte mich nun zur erbosten wartenden Kundin.
Nach einer kurzen Besichtigung der Lage vor Ort habe ich mich nun entschieden, angesichts des 10cm schmalen Seitenteiles,der 80cm breiten 8mm Tür und meiner erheblichen Zweifel die Dusche so nicht aufzustellen. Dieses mußte ich nun auch der Kundin mitteilen, welche kurzerhand die Innenarchitektin anrief da diese die Badsanierung leitete.
"Eine Tür an einem Seitenteil ohne mechanische Halterung ist unzulässig und war auch nicht so besprochen mit dem Glasermeister.Ich weise jegliche Verantwortung ab", sagte sie und stellte seine Kompetenz in Frage.
OK,jetzt konnte ich eben wieder zurück zur Firma fahren, wo mein Chef schon auf mich wartete. Die Kundin hatte ihn zwischenzeitlich angerufen und ihm gesagt:"Ihr Monteur sagt das Silikon nicht hält,ich erwarte eine dauerhafte Befestigung".
Immerhin habe ich jetzt meinen Chef sozusagen einen ausgewischt, sollte man eigentlich vermeiden, war aber schon lange bitter nötig.Und wegen dem ganzen Frust bin ich nun nach Hause gefahren.Daraufhin ist er, wohl aufgrund seiner angezweifelten Kompetenz, selbst am selben Abend noch losgefahren und hat die Dusche nach seiner Vorstellung montiert bzw.mit meinem Heller HB 45 Kleber verklebt. Er versicherte der Kundin einen bombastischen Halt des Klebers und beruhigte sie mit den Worten: Mein Monteur und die Architektin haben alle keine Ahnung,das macht man heutzutage so und nicht anders.

Und nun kommt der Brüller:Er hatte zwar bemerkt,das er sich vermessen hatte, aber angesicht der peinliche Situation wollte er diesen Fehler nicht zugeben, bzw die Dusche wieder abbauen. Er hat doch nun mal Recht und macht keine Fehler.
Aber leider hatte die Kundin die erwünschten Magnetschienen vermisst, die passten nämlich nicht mehr weil zu wenig Luft und konnten von Ihm nicht mehr aufgesteckt werden.
Er hat die Dusche ersteinmal aufgestellt ud aushärten lassen, damit die unzufriedene Kundin sie endlich benutzen kann.Dieser hat er wegen seiner schweren Vermessungs- und Denkfehler eine komplett neue und passende Dusche versprochen, mit mechanischen Halterungen, U-Schienen, Beschlägen und Teleskophalterungen.
Das heißt: Die von Ihm verklebten Seitenteile müßen wieder raus!!!Nun wird sich endlich zeigen wie gut der Kleber ist, ob eine Verklebung wirklich so bombastisch hält wie er immer gesagt hat. Wenn ja,muß ich die ESG- Seitenteile in dem neuem Bad kleinschlagen.Peinlich! Wenn nicht,dann haben andere wohl auch mal Recht gehabt.Auch peinlich für ihn!
Geschichte geht weiter,mal abwarten.
Tschüß!

Commander

Re:glasverklebung dusche

#6 Beitragvon Commander » 06.06.2004, 01:20

Fortsetzung meiner Geschichte.....

Gestern mußte ich die von meinem Chef versprochene neue Dusche montieren, mit mechanischen Halterungen wie Beschlägen etc. Aber zunächst , mußte das verklebte Meisterstück von ihm erst wieder abgebaut werden.
Hierbei stellte sich nun die spannende große Frage: Hält der Kleber ? Wenn ja, muß ich zum Entsetzen der Kundin die verklebten Seitenteile mit dem Hammer ausbauen und mein Chef hätte obendrein noch mit Recht meine Bedenken nicht verstanden (obwohl eine Montage einer vermessenenen Dusche ja auch unsinnig ist).
Hält der Kleber nicht, dann hat man seine Kompetenz beweislich unter Frage gestellt.
Ok, nun das Ergebnis: Der kurze einhändige Ruck meines Arbeitskollegens löste die Tür mitsamt dem Seitenteil von der Wand. Und zwar so erschreckend leicht, das man sich nicht vorstelle mochte was im schlimmsten Falle hätte passieren können. Denn die Kundin hatte die Dusche ja schon mit allen Funktionen und Unbedenklichkeiten meines Chefs benutzt.
Jetzt ist mir die Untauglichkeit der Kleberei auch klar, es kann garnicht funtionieren (letzendlich muß ich noch erwähnen das dieses besagte Seitenteil nicht stumpf vor die Wand gestoßen wurde, sondern in einen an der Wand verschraubten U-Winkel geschoben wurde):
Wird ein Seitenteil stumpf an die Wand, in eine Rille oder U-Schiene geschoben, lege ich diese üblicherweise mit einer Silikonraupe etc.(je nach Kleber) vor und schiebe meine Glaskante hinein. Aber- nun kommts- Silikon, Kleber etc in Kartuschenformen sind immer Einkomponentenkleber!!! Das heißt: Das vorgelegte Silikon zwischen Glas und U-Schiene kann garnicht richtig aushärten da nicht genügend Luft drankommt!
Folglich konnte ich in diesem Fall die gesamte Klebemasse auch leicht wieder herausschieben!
Eine andere Möglichkeit der Verklebung liegt nun logischerweise in der Verwendung von Zweikomponentenkleber, aber auf weitere Experimente in dieser Form habe ich selbstverständlich keinen Nerv mehr. Außerdem hat mein Chef.(ihr müßt wissen: Er ist nicht nur unser Chef sondern auch ein „allwissender Mittelpunktsteher ohne Fehler“), nun wohl doch gelernt den Ratschlägen seiner langjährigen Mitarbeitern mehr Glauben zu schenken, merklich an den Bestellungen unser vermissten Wandbeschlägen.
Außerdem ist eine Verwendung von Beschlägen immer montagefreundlicher. Denn auch im Falle einer funktionierenden Verklebung muß man diese ja erst aushärten lassen, dann erst kann man das Seitenteil mit der Tür verschrauben und somit belasten. Mindestens eine An-und Rückfahrt, Ladezeiten, Terminabsprache kommen noch hinzu. Im günstigsten Fall montiert man eine Duschanlage in einem Rutsch,d.h: Anfahrt-Montage-Abfahrt. Das ist meiner letzendlichen Überzeugung nur machbar, wenn vernünftige Beschläge verwendet werden.

Tschüß

P.S. Ich hoffe, ich konnte Euch ein wenig amüsieren.....

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#7 Beitragvon Glaserin » 06.06.2004, 01:24

Hy
Das die Geschichte nicht funktioniert war eigentlich klar.

Nicht auszumalen wenn die Dusche der Kundin entgegen gekommen wäre! :!:

Aber mit Silikonbefestigung in unbelastete Seitenteile sehe ich kein problem.Nur sollte der Kleber schon Markenware sein.Am besten Essig-vernetzend!
Baumarktbilligkleber hab ich selber, nach einen Tag Durchhärtungszeit, wieder entfernen müssen weil er einfach nicht hart wurde.Das war übrigen sehr ekelig.
Habe auch keine Problem mit dem Silikon-Nagel auf Duschwannen.Es muß nur auf genügend Luft zwischen Wannenrand und Kleber geachtet werden, die dann komplett mit Sili ausgefüllt wird.

Vermessene Duschen!!Bei uns sind einige Duschtüren und Seitenteile auf Halde.Die Maße sind schon mal aufgenommen worden, aber die Dinger passen Nie.
Auf jeden Fall ist der Chefe schlauer geworden.

Motto:Fahr da mal gerade hin und mess genau nach, habe nur ca.Maße für das Angebot genommen!

Seitdem werden keine Duschen mehr vermessen. :D

Und wenn Glas dann doch mal, etwas zu groß ist, gibt ja immer noch den Schleifautomat!

Ciao

Ps:Auf jeden Fall habe ich mich köstlich amüsiert. :D

derJeff!

#8 Beitragvon derJeff! » 13.07.2004, 00:47

Köstliche Geschichte, aber scheinbar sind diese Sorte Chefs kein Einzelfall
Merke: Baue das, was Du auch vertreten kannst!
-Den "hässlichen" Winkel an der Wand wird der Kunde bald akzeptieren, Du siehst ihn nie wieder , weder den Kunden noch den Winkel (Idealfall)
-Den Kunden :twisted: :oops: :cry: siehst Du immer wieder, so lange, bis Du das Problem wie oben genannt gelöst hast. Dein Chef lässt sowiso alles an Dir hängen :-o
Also sagt mal wieder die Erfahrung: besser gleich richtig machen als doppelt und dreifach ))for

Der Essener
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#9 Beitragvon Der Essener » 31.07.2007, 01:48

Glaserin hat geschrieben:Und wenn Glas dann doch mal, etwas zu groß ist, gibt ja immer noch den Schleifautomat!

Ciao

Ps:Auf jeden Fall habe ich mich köstlich amüsiert. :D



:shock: :shock: :shock:

äähhh ich frag halt dummerweise mal nach???

Nicht das wir uns Missverstehen ! ! !

Wir sprechen hier von ESG in 6 oder 8mm??
Na viel Spaß
Abschleifen ist ja im gewissen maße möglich, aber rein Technisch und Vorschrift "NICHT" zulässig
Die Oszilationsfelder die in den Ecken enden "zieht" mann ja eigentlich künstlich noch näher

Ich denke mal , wenn sie nicht wirklich ESG Herstellen, sollten sie mal darüber Nachdenken sich mit einem Hersteller von ESG zusammensetzten

Erklären Sie ihm mal was sie damit bezwecken und er wird ihnen wenn er Ehrlich ist mal die DIN Erklären.

Ist ja nicht so als wenn das noch nie einer gemacht hat aber rein rechlich gesehen, Finger weg

Fachlich gesehen, sollten wir hier im Forum kein Schabernack schreiben, denn nicht nur Glaser Lesen hier sondern auch Endverbraucher
Und wenn diese Leute"Kunden" sowas Lesen, naja ich möchte nicht dran Denken.......


Nix für Ungut, aber Pfusch fängt da an, wo Pfusch gemacht wird

Ich Baue und Verbaue stets so, als wenn es für mich Privat ist.
Und dort lege ich Wert auf Genauigkeit und Sauberes Arbeiten
Ich bin keine Signatur, ich Putz hier nur....


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